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Die Situation vor Ort

Uganda ist ein Land in Ostafrika an den Ufern des Viktoriasees. Es liegt direkt am Äquator, hat ungefähr die Größe der »alten« Bundesländer und über 34 Millionen Einwohner (Stand 2015).



Schon W. Churchill nannte es die »Perle in der Krone Afrikas«. Nach der britischen Kolonialzeit, der Militärherrschaft Obotes und der Diktatur von Idi Amin zerrüttete ein jahrelanger Bürgerkrieg das Land. Nach der Befreiung 1986 durch die Nationale Bewegung unter dem heutigen Präsidenten Yoweri Museveni war das Land vielerorts zerstört und lag wirtschaftlich am Boden. Es gehörte zu den fünf ärmsten Ländern der Welt.



Seit 1995 gibt es eine Verfassung und der Weg zur Demokratie ist eingeschlagen. Seither werden große Anstrengungen unternommen, um den Entwicklungsprozess voranzubringen. Die schwierigsten Hindernisse auf diesem Weg sind die Auswirkungen der hohen Zahl von AIDS-Kranken und die damit zusammenhängende niedrige durchschnittliche Lebenserwartung (ca. 54 Jahre). Durch intensive Bemühungen staatlicher und kirchlicher Stellen konnte die Zahl der Neuinfizierungen zwar gesenkt werden, dennoch ist und bleibt die Lage sehr ernst.

Hinzu kommt, dass im Norden des Landes seit Ende der 80-er Jahre ein verheerender Bürgerkrieg geführt wurde. Zwar wurde ein Friedensabkommen erreicht, das jedoch nur zu einem Teil umgesetzt ist. Über viele Jahre hinweg waren immer noch einige Rebellengruppen aktiv. Erst nach und nach konnte die geflüchtete Bevölkerung in ihre Heimatregionen zurückgeführt werden. Momentan scheint die Region wieder im Aufbau zu sein.

Erneute Probleme gibt es im Norden und Nordwesten Ugandas durch die Unruhen im Osten der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan, insbesondere durch den Zustrom von Flüchtlingen.

Im ugandischen Schulsystem gibt es gravierende Probleme. So beendet z.B. ein Großteil der Mädchen und Jungen nicht die Grundschulausbildung. Mangelhafte Infrastruktur, überfüllte Schulklassen und das Fehlen von Lehrern sind dafür nur einige Gründe.



In den neunziger Jahren hatte die Regierung unter Präsident Museveni über eine umfassende Bildungsreform den kostenlosen Grundschulbesuch von Mädchen und Jungen ermöglicht. Innerhalb kürzester Zeit stiegen die Schülerzahlen von 2,7 auf 5,7 Millionen. Dem rasanten Anstieg waren und sind die Schulen nicht gewachsen.



Immer noch mangelt es an genügend Räumen, Schulbänken und Schulmaterial. Hinzu kommt, dass das Lehrpersonal nicht ausreichend qualifiziert ist und schlecht bezahlt wird.



Besonders schlimm ist die Situation für Kinder, die ohne elterliche Zuwendung aufwachsen. Denn: Rund eine Million Kinder in Uganda haben ihre Eltern durch AIDS verloren. Zudem sind zahlreiche Mädchen und Jungen Waisen aufgrund des langjährigen Bürgerkrieges im Norden des Landes.

 

Stand: Juni 2016